Gerade in Revieren mit viel Kommunikationsbedarf – bspw. dem Kanalnetz mit seinen Schleusen – ist es sinnvoll, das eigene Sportboot mit einem Funkgerät auszustatten. Das ist freiwillig, denn Sportboote zählen in der Regel nicht zu den ausrüstungspflichtigen Fahrzeugen: ausgenommen von der Ausrüstungspflicht (hier: Binnen!) sind alle Kleinfahrzeuge, also alles kürzer als 25 Meter, es sei denn, eine Radaranlage ist installiert (Quelle: Handbuch Binnenschifffahrtsfunk regionaler Teil Deutschland 2012, Seite 114). Für Charterboote gelten noch weitere Regeln.
Dokumente an Bord – die elektronische Variante
Das leidige Thema Funk. Eine der Auflagen für uns Binnenschiffahrtsfunkteilnehmer ist ja, dass wir das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk an Bord haben müssen – insbesondere den regionalen Teil, der für Deutschland gute 150 Seiten umfasst und nahezu jährlich aktualisiert wird.
Wohl dem, der einen 15m-Verdränger und eine Bordbibliothek mit Regalraum sein eigen nennt. Wir anderen würden gerne sowohl den Aufwand und die Kosten für das jährliche Drucken des Pamphlets als auch den Platz sparen.
Und da gibt es eine Bemerkung im Handbuch selbst, die uns aufatmen lässt (ich zitiere):
Hinweis zum Mitführen des Handbuchs Binnenschifffahrtsfunk – Regionaler Teil Deutschland – beim Befahren der Zonen 1-4: An Bord eines jeden Fahrzeugs, das mit einer Funkanlage für den UKW-Sprechfunkdienst ausgerüstet ist, muss sich eine Ausgabe des Handbuches Binnenschifffahrtsfunk- Regionaler Teil Deutschland – in der jeweilig gültigen Ausgabe befinden. Diese kann auch in elektronischer Form vorliegen, wenn Sie jederzeit lesbar gemacht werden kann. Quelle: http://www.wsv.de/fvt/handbuch/handbuch_2012_z.pdf, Seite 2Gehen wir mal davon aus, dass nicht wir (“Sie” wie im Originalwortlaut), sondern die elektronische Form (“sie”) lesbar gemacht werden können soll, erfüllt das mitgeführte Notebook diesen Zweck sicherlich schon ganz gut.
Noch eleganter ist jedoch der Tablet-PC (iPad & Co.) oder das Smartphone. Und um es noch komfortabler zu machen: Installiert man sich darauf und auf dem heimischen PC eine Dropbox, braucht man bei Neuerscheinungen einfach nur zuhause die neue PDF-Datei in das Verzeichnis schieben und hat das aktuelle Handbuch unterwegs dabei – sogar mit Volltextsuche und ohne fehlende Seiten oder Eselsohren. Gut, nicht?
Die Dos und Don’ts des Slippens
Für Trailerkapitäne ist es fester Bestandteil des Hobbys: Das Rein- und Rausslippen des eigenen Dampfers an einer dafür geeigneten Sliprampe. Das bedarf einer gewissen Vorbereitung und Routine, bevor das reibungslos klappt. Hier möchte ich ein paar Meilensteine meiner persönlichen Lernkurve wiedergeben, um anderen Anfängern ein paar schmerzhafte Erfahrungen zu ersparen.
Infos für Ruhrskipper
Der regelmäßige Leser weiß es ja schon – mein persönliches Lieblingsrevier ist die Ruhr, der namensgebende Fluss quer durch das Ruhrgebiet, der vom Oberlauf des Baldeneysees, eines der größeren Trinkwasserstauseen der Ruhr, bis zu seiner Mündung in den Rhein in Duisburg motorschiffbar ist.
Von der Mündung bis zur Schlossbrücke in Mülheim an der Ruhr ist die Ruhr Bundeswasserstraße, und das Informationssystem www.elwis.de des Bundes bietet alle wichtigen Daten. Ab dort ist die Ruhr eine Landeswasserstraße, und die entsprechenden Daten (inkl. der dann gültigen Ruhrschifffahrtsverordnung) sind nicht mehr so einfach zu finden.
Ich habe daher zumindest einmal die Schleuseninformationen zusammengeführt (ohne Gewähr):
http://www.bootstechnik.de/downloads/ruhrschleusen.pdf
Die Ruhrschifffahrtsverordnung muss sich an Bord befinden und ist hier zu finden: NRW.de, Service Schifffahrt
Gute Fahrt!
Ruhr-Tour: Natur pur V
Es gibt noch einen weiteren Ruhr-Abschnitt, mit dem ich allerdings eher gemischte Gefühle verbinde – warum, dazu gleich.
Jetzt geht es in Richtung Baldeneysee. Der Baldeneysee ist mit mehr als zweieinhalb Quadratkilometern Wasserfläche (bei Vollstau) der deutlich größte Ruhrstausee und wurde in den 1930er Jahren gebaut. Sein ursprünglicher Zweck war die Verlangsamung der Ruhr, damit sich Sedimente absetzen können und die natürliche Selbstreinigung durch Mikroorganismen begünstigt wird.
Im Jahr 2010 war die Stadt Essen Kulturhauptstadt und der Baldeneysee Schauplatz einer ungewöhnlichen Aktion: auf dem See wurden künstliche Atolle ausgebracht, die mit eigens dafür anmietbaren Tretbooten angefahren und besichtigt werden konnten. Der U-Boot-Turm auf den Foto gehörte dazu.
Ruhr-Tour: Natur pur IV
Die Schleuse Kettwig ist ein bisschen unspektakulärer als der Wasserbahnhof. Sie ist werktags von 07:30h bis 16:30h in Betrieb, am Wochenende von 9 bis 12 und 13 bis 18h (im April und Oktober), im Sommer (Mai bis September) hingegen von 9 bis 14 und 15 bis 19h. Die Stunde Pause von 14 bis 15h sollte man insbesondere auf dem Rückweg berücksichtigen, denn wenn man erst um 15:15h in Kettwig wieder rauskommt, wird das ein langer Trip, sofern man noch bis zum Rhein und der nächsten Sliprampe möchte.
Ruhr-Tour: Natur pur III
Der Wasserbahnhof Mülheim ist in mehrerer Hinsicht ein Highlight der Ruhr-Tour: bei typischem Bootswetter rappelvoll, eine wunderschöne historische Schleuse und eine etwas kritische Verkehrssituation machen den Wasserbahnhof gleichzeitig interessant und etwas herausfordernd.
Ruhr-Tour: Natur pur II
Ruhr-Tour: Natur pur I
Der für Motorbootskipper schiffbare Teil der Ruhr ist eher überschaubar – an der Ruhrmündung gehts los, und am Oberlauf des Baldeneysees ist auch schon wieder Schluss. Ab hier ist die Ruhr aufwärts den Kanuten und der Ausflugsschifffahrt vorbehalten.




